MARIENPARK BERLIN

Auftraggeber: Agentur für Kommunikation
Ort: Berlin
Aufgabe: Machbarkeitsstudie und Entwurfsplanung
Status: Ausbau

Marienpark Berlin
Der Marienpark Berlin ist ein im südlichen Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg (Ortsteil Mariendorf) gelegener, aktuell rund 360.000 m² (ursprünglich rund 38,5 Hektar) großer Gewerbepark. Er ist Teil des früheren Gaswerks Mariendorf und wurde im Jahr 2013 von der BMDF Gewerbepark Berlin-Mariendorf GmbH & Co. KG erworben.
Seitdem entwickelt die Gesellschaft das frühere Gelände des Gaswerks Berlin-Mariendorf. Neben dem denkmalgeschützten Altbaubestand sind weitere Landmarken wie der Gasometer Mariendorf, der Hafen Mariendorf, der Alte und Neue Wasserturm und Berlins größte Freiflächen-Photovoltaikanlage Bestandteil des Marienparks.

Ehemalige Gaswerk Mariendorf
Das Gaswerk Mariendorf war zu seiner Bauzeit das größte und modernste Gaswerk in Berlin. Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude wurden nach Entwürfen der Architekten Schulz & Schlichting sowie Paul Karchow im Stile der norddeutschen Backsteingotik geplant.
Das Gelände besteht aus einem denkmalgeschützten Altbaubereich, in dem sich die meisten der ca. 25 Bestandsgebäude befinden. Bis auf einige kleinere Gebäude wurden die Altbauten, teilweise mit aufwendigen Dach- und Giebelkonstruktionen, um 1900 errichtet.  Von der ursprünglichen Bebauung sind bis heute zahlreiche Gebäude erhalten; darunter zählen der alte Wasserturm, das Apparatehaus, Regler- und Messgebäude sowie der bereits 1892 in Wien und 1901 nach Berlin verbrachte Teleskop-Niederdruck-Gasbehälter.

Geschichte des Gaswerks Mariendorf
Im Jahr 1826 hatte die Imperial Continental Gas Association (ICGA) die Gasbeleuchtung in Berlin etabliert. Zu den Abnehmer gehörten u. a. die südlichen Gemeinden von Berlin. Mit dem Wachstum dieser Gemeinden wurde die Notwendigkeit größer, ein eigenes Gaswerk zu errichten.
Die Wahl für den Bau des Gaswerks fiel auf Mariendorf, denn die Gemeinde Mariendorf lag in der Mitte des südlichen Abnehmergebietes. Zudem zeugte Mariendorf von einem weiteren Standortvorteil, der sich durch die Strecke der Berlin-Dresdner Eisenbahn äußerte und die Anlieferung von Kohle enorm erleichterte. Das Gaswerk Mariendorf wurde in den Jahren 1900 bis 1901 erbaut und in den Folgejahren sukzessive erweitert. Mit dem Anschluss an den neu eröffneten Teltowkanal im Jahre 1906 wurde der Kohletransport weiterhin vereinfacht.
Die Imperial Continental Gas Association versorgte Berlin bis 1918 mit Gas. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das englische Unternehmen liquidiert. Zunächst wurde das Gaswerk Mariendorf von der Deutschen Gasgesellschaft und seit 1923 von der Städtische Gaswerke AG (GASAG) übernommen.
Ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Umstellung der Gasproduktion auf Leichtbenzin und Methanol und die damit einhergehende Notwendigkeit, das Gaswerk Mariendorf umzubauen. Schließlich führte die Umstellung dazu, dass die Gasherstellung aus dem Rohstoff Kohle im Jahr 1980 komplett eingestellt worden ist.
In den neunziger Jahren wurde die Berliner Gasversorgung von Stadtgas auf Erdgas modifiziert. Dadurch wurde das Gaswerk Mariendorf nicht mehr benötigt, welches folglich zur Stilllegung im Jahr 1996 führte.

Quellen: Bärthel, Hilmar: Die Geschichte der Gasversorgung in Berlin. Eine Chronik, hrsg. von der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Berlin, 1997. URL: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?DOK_TPL=lda_doc.tpl&KEY=obj%2009055081 [19.03.2014].